![]() |
|
Übungen,
die die fünf Obligolnischen Bemühungen betreffen, lassen sich schwer festlegen,
da sie sich auf unser persönliches Lebensbild und die Arbeit beziehen. Die
Aufgaben, die zur Erfüllung dieser Veantwortung vollbracht werden müssen, können
ganz verschieden sein und richten sich nach unseren wesentlichen
Charaktermerkmalen und Fähigkeiten, unseren natürlichen Gaben und Interessen.
Oftmals setzen sie nicht nur ein gehöriges Maß an Selbstkenntnis voraus,
sondern auch Geschick und Kenntnis in den betreffenden Gebieten.
Traditionsgemäß
werden diese Aufgaben oft von einem Lehrer gestellt, der Einblick in Teile
unseres Wesens besitzt, die wir noch nicht entwickeln haben, die aber für ein
harmonisches Wachstum vonnöten sind. Natürlich wissen wir in vielen Fällen
schon sehr genau, was für uns nötig wäre, sind aber zu stark mit
den durch Gewohnheit verfestigten Verhaltensweisen unserer Persönlichkeit
identifiziert, um die notwendigen Schritte zu unternehmen, und daher brauchen
wir ein wenig Ermutigung. Wenn man keinen Kontakt zu einem Lehrer hat, liegt es
an jedem Einzelnen selbst, sich seiner Fehler und Mißstände auf diesen
Gebieten bewußt zu werden und entsprechend zu handeln.
Erstes
Ziel:
Die
erste Bemühung läßt sich von den meisten von uns leicht bewerkstelligen,
sonst hätten wir nicht die Zeit, Mittel oder Inklination, die Arbeit überhaupt
erst aufzunehmen. Jeder, der auf diesem Gebiet versagt, disqualifiziert sich
dadurch automatisch von der Mitgliedschaft in einer Gruppe.
Zweites
Ziel: „Ein fortwährendes
und unermüdliches instinktives Bedürfnis nach Selbstverbesserung des
Wesenskerns zu haben.“
Das
zweite Ziel handelt von der Ernsthaftigkeit und Energie, die man für die Arbeit
mitbringt. Viele Leute interessieren sich nur oberflächlich für die Arbeit,
sei es aus Gründen der Selbstliebe oder intellektueller Neugier. Auf diesem
Gebiet ist aber absolute Hingabe und Ehrlichkeit abgebracht. Hindernisse sollen
bewältigt und nicht aus persönlicher Bequemlichkeit und Faulheit umgangen
werden.
Drittes
Ziel: „Man
muß bewußt immerzu danach streben, mehr und mehr über die Gesetze der
Welterschaffung und Welterhaltung zu lernen“.
Das
dritte Ziel erfordert die Entwicklung des intellektuellen Zentrums und den
wahrhaftigen Wunsch, die Theorien und Prozesse unseres Universums zu verstehen
und die Entwicklung des eigenen Selbst. Wenn man eine gefhühls-zentrierte
oder eine körper-zentrierte Person ist, muß man sich auf intellektuellem
Gebiet besonders anstrengen.
Viertes
Ziel: „Das Ziel, vom
Anfang ihres Lebens an danach zu streben, so schnell wie möglich den Preis für
ihr Entstehen und ihre Individualität zu begleichen, um danach die Freiheit zu
haben, den Kummer unseres Gemeinsamen Vaters so klein wie möglich zu halten.“
Das
vierte Ziel erfordert Mitleid und Unparteilichkeit, um das Leiden als natürliches
Los des Lebens zu ertragen. Arbeite daran, dich in die Lage eines anderen zu
versetzen und Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, die unter
schwierigeren Bedingungen leben. Es ist außerdem auch notwendig, eigene Fehler
nach Möglichkeit wieder gutzumachen, durch die man andere hat leiden lassen;
wenn das nicht möglich ist, sollte man bescheiden seine Last tragen.
Fünftes
Ziel: „Das Ziel, immer
Beistand zu leisten, um anderen Wesen zu ermöglichen, sich schnellstmögllich
zu vervollkommnen, sowohl Wesen die einem selbst ähneln als auch solchen einer
anderen Gattung, bis der Grad des heiligen Martfotai, das heißt, bis der Grad
der Untrennbarkeit des Selbst erreicht ist.“
Das fünfte
Ziel ist möglicherweise eines der am schwersten zu erreichende, da es uns in
die Lage eines Lehrers versetzt. Lehren und jemand etwas beibringen kann viele
verschiedene Formen annehmen, sei es, daß man ein guter Vater oder gute Mutter
ist, daß man mit andern in einer Gruppe teilt oder daß man ein Guru ist, der
Hunderte von Schülern um sich schart. Höre auf dein Gewissen und suche dir
deinen eigenen kleinen Platz. Wie bei jedem Weg der Tat liegt die größte
Schwierigkeit darin, daß erst einmal das Ego überwunden werden muß, denn das
Ego ist wie ein Stock mit zwei Enden. Das eine Ende ist der arrogante, selbstgefällige
Charaker, das andere Ende ist der unterwürfige selbstzerstörerische Charakter.
Beiden gemeinsam ist die Konzentration auf das Ego-Selbst.
„Ich bin ja
so großartig“ oder „Ich bin ja so ein Nichts“. Wahre Bescheidenheit hält
diesen beiden Seiten die Balance, und
nur durch diese Balance kann man
wirklich selbstlos handeln. Die meisten von denen, die der Verantwortung des
Lehrens aus dem Weg gehen möchten, haben dafür die egoistische „Ich bin ja
so ein Nichts“-Ausrede.
Unterschäze deine Fähigkeiten nicht und habe keine Angst davor, ein paar Fehler zu machen. Dadurch, daß man anderen etwas beibringt, lernt man selbst am besten. „Wenn der Lehrer bereit ist, dann kommen auch die Schüler.“
Here is what Orage had to say about the Five Being Obligolnian Strivings...
*
* *
Erwägungen, Überlegungen
über die Ziele
*
Wer ist es, der strebt ?
*
Bei der Erstrebung welchen Ziels spüre ich innere Widerstände ?
*
Warum strebe ich ?
*
Wonach strebe ich ?
*
Wen möchte ich durch mein Streben beeindrucken ?
*
Welche zu erstrebenden Ziele vermeide ich oder mag ich nicht ?
*
* *
The Endless Search © 2004 - 2005 Ian C. MacFarlane